Aktuelles


„Die tollkühnen Männer in ihren segelnden Kisten“

Erstes Opti-Race Eyhausen endet mit Havarien, viel Spaß und einem Sieger

Die Optimisten-Jolle, liebevoll „Opti“ genannt, gilt als die Einsteigerjolle schlechthin. Unzählige Jungen und Mädchen haben in ihr ihre ersten Segelerfahrungen gesammelt.

Wenn sich allerdings ausgewachsene Seglerinnen und Segler in diese eher knapp bemessenen „Kisten“ zwängen, um eine Regatta auszutragen, ergibt das nicht nur ein ausgesprochen amüsantes Bild, es wird auch schnell klar: hier geht es neben dem sportlichen Kräftemessen vor allem um Jux und Dollerei.

Und so war das erste „Opti-Race“ des Eyhauser Segelclubs von Anfang an bereits ausdrücklich als „Spaßrennen“ ausgeschrieben.

Am windigen Samstag, dem 22. August 2026, ließen sich acht ESC-Mitglieder auf dieses Abenteuer ein – angefeuert von zahlreichen Zuschauern an Land.

Insgesamt vier Jollen hatte der Vereinsvorstand aus den Reihen seiner Mitglieder sowie einer befreundeten Eignerin auftreiben können. Dabei waren einige der Boote ungefähr so alt, wie diejenigen, die sie segeln sollten.

Startgruppen und Boote wurden ausgelost, danach ging es bei kräftigen 4 bis 5 Beaufort hinaus in die „Eyhauser Bucht“ des Zwischenahner Meeres.

In Vorrunde, Zwischenrunde, „kleinem“ Finale um Platz drei und Finale wurde bei allem Spaß mit beachtlichem Ehrgeiz und ordentlich Biss um jeden Meter gekämpft; sehr zur Freude der ESC-Mitglieder auf dem Steg in Eyhausen und einiger Zaungäste, denen bei diesem Spektakel beste Unterhaltung geboten wurde.

Dass dabei gelegentlich vor allem der Wind als Sieger hervorging, zeigte die Bilanz aus Pleiten, Pech und Pannen: Gleich drei Kenterungen waren im Laufe des Tages zu verzeichnen. Mehrfach musste das ESC-Vereinsboot „ESCorelle“ ausrücken, um durchnässte Segler aus dem Wasser zu fischen und die gekenterten Optis wieder aufzurichten. Mit seinem orangefarbenen Band am Rumpf versprüht das Boot ohnehin ein wenig „Rettungskreuzer-Flair“ und war damit für diese Aufgabe bestens gekleidet.

Dass es bei den Manövern auch etwas „Bruch“ gab, wurde kurzerhand unter der Rubrik Kollateralschäden eines gelungenen Regattatages verbucht.

Im kleinen Finale um Platz drei setzte sich Christian gegen Jörg durch. Im anschließenden Finale traten Olly und Michael gegeneinander an. Michael segelte souverän einen Vorsprung von mehreren Bootslängen heraus und brachte den Sieg im eigenen Opti sicher „nach Hause“.

Die drei Erstplatzierten durften sich jeweils über eine besondere Trophäe freuen: einen Optimisten im Miniaturformat.

Warm, trocken und bei bester Stimmung ließen schließlich alle Beteiligten den nicht ganz ernst zu nehmenden Wettkampftag gemütlich in der Schänke „Zum Wels“ ausklingen. Dort wurde schnell eine ebenso klare wie einstimmige Forderung laut:

„Auch im kommenden Jahr muss es unbedingt wieder ein Opti-Race Eyhausen geben!“


Capt. Lünemann Cup 2026: Wenn der Wind zum taktischen Gegner wird…
„Premiere“ der „Paloma“ geglückt

Die diesjährige Vereinsregatta des Eyhauser Segelclubs (ESC) um den „Capt. Lünemann Cup“ fand am 8. August 2026 unter sehr leichten und drehenden und damit durchaus „anspruchsvollen“ Windbedingungen statt.
Der Pokal erinnert an Kapitän Horst Lünemann, eines der treibenden Gründungsmitglieder des ESC.

Bei lediglich vorhergesagten 1 Bft erwarteten die zehn startenden Boote und ihre Crews keine Geschwindigkeitsregatta, sondern vor allem taktisches Geschick und ein gutes Gespür für den Wind. Wer ein Windfeld verpasste, konnte schon einmal praktisch auf der Stelle stehen. Wer dagegen eine Böe erwischte, machte mitunter überraschend viele Meter gut. Und manchmal entschied eben auch schlicht das Quäntchen Glück über den Platzgewinn.

Spannender Endspurt im ersten Lauf

Lange Zeit schien der Ausgang des ersten Laufs recht eindeutig. Doch auf den letzten Metern wurde es noch einmal richtig spannend: Gleich vier Boote „quälten“ sich innerhalb weniger Sekunden nahezu gleichzeitig über die Ziellinie in der Eyhauser Bucht.

Getreu dem Motto „Wenn drei sich streiten, freut sich der Vierte“ sicherte sich die „Variostem“ den Sieg im ersten Durchgang. Dahinter folgten „Mogli“, „Paloma“ und „Anima“ auf den Plätzen zwei bis vier.

Nach einer wohlverdienten Kaffeepause ging es in den zweiten Lauf. Der Wind hatte inzwischen weiter nachgelassen, sodass der Lauf deutlich verkürzt wurde – eine Entscheidung, die sich angesichts der später eintretenden Flaute als goldrichtig erweisen sollte.

Als erstes Boot überquerte die „Paloma“ mit Skipper Thorsten die Ziellinie, gefolgt von der „ESCorelle“ und der „Fuchur“.

Der dritte Lauf musste schließlich wegen völliger Flaute ganz ausfallen. Mehr war an diesem Tag aus dem Wind leider einfach nicht herauszuholen.

„Paloma“ nutzt ihre Chancen

Am besten kam das Team der „Paloma“ mit den leichten Bedingungen zurecht. Mit einem dritten Platz im ersten und dem Sieg im zweiten Lauf sicherten sich Skipper Thorsten und Cornelia den Gesamtsieg und damit den „Capt. Lünemann Cup 2026“.

Für beide war es zugleich eine Premiere: Sie nahmen erstmals an der ESC-Vereinsregatta teil. Entsprechend groß waren Freude und Stolz über den gelungenen Einstand.

Auf Platz zwei landete die „Variostem“ mit Michael und Andreas. Den dritten Platz belegte die „Fuchur“ mit Jörg und Martina.

Niemand ging leer aus

Nach der Siegerehrung wartete noch eine besondere Überraschung: Unter allen teilnehmenden Seglerinnen und Seglern wurden Präsentkörbe verlost. So konnten sich auch diejenigen, die den Sprung aufs Treppchen verpasst hatten, über einen Gewinn freuen und mussten nicht mit leeren Händen nach Hause gehen.

Bei Sonnenschein und in gemütlicher Runde ließen schließlich alle Aktiven, das Team der Regattaleitung und einige weitere Vereinsmitglieder den insgesamt gelungenen Regattatag am Eyhauser Hafen ausklingen.

Auch wenn der Wind an diesem Tag eher sparsam mit seinen Kräften umging, bot der „Capt. Lünemann Cup 2026“ reichlich Spannung, taktische Herausforderungen und am Ende einen verdienten Sieger: die „Paloma“ – bei ihrer gelungenen Premiere.


21. Mai 2026

Spendenübergabe LzO Bad Zwischenahn

Mit neuen Segeln aufs Zwischenahner Meer
Eyhauser Segelclub freut sich über Unterstützung der LzO

Der am Zwischenahner Meer in Bad Zwischenahn ansässige Eyhauser Segelclub e.V. (ESC) ermöglicht mit seinen Vereinsbooten auch Seglerinnen und Seglern ohne eigenes Boot unkomplizierten Zugang zum Segelsport. Das Angebot wird insbesondere während der Saison von den Vereinsmitgliedern intensiv genutzt.

Zum Ende der Saison 2025 machte jedoch der alters- und verschleißbedingte Zustand eines Segelsatzes die Neuanschaffung erforderlich. Um den Vereinsmitgliedern auch weiterhin sportlich anspruchsvolles und regattafähiges Segeln zu ermöglichen, plante der ESC die Anschaffung eines kompletten Segelsatzes bestehend aus Großsegel, Fock, Genua und Spinnaker. Die damit verbundenen Kosten hätten die finanziellen Möglichkeiten des Vereins mit knapp 200 Mitgliedern jedoch deutlich überschritten.

Der Verein wandte sich deshalb an die Landessparkasse zu Oldenburg (LzO) – mit Erfolg: Kurz vor Weihnachten 2025 erhielt der ESC die Zusage über eine Förderung in Höhe von 4.000 Euro aus dem Zweckertrag der Sparlotterie „Sparen und Gewinnen“ des Sparkassenverbandes Niedersachsen. Dank dieser Unterstützung konnte ein regionaler Segelmacher mit der Anfertigung der neuen Segel beauftragt werden.

Zum Start der neuen Segelsaison fand nun gemeinsam mit Hergen Fricke, Filialleiter der LzO in Bad Zwischenahn, die symbolische Übergabe statt. Dabei präsentierte der Vereinsvorstand stolz die neuen Segel, die erstmals gehisst werden konnten.

Mit der großzügigen Unterstützung der LzO sind nun auch für die kommenden Jahre beste Voraussetzungen geschaffen, den Vereinsmitgliedern sowohl entspanntes Freizeitsegeln als auch sportlich ambitioniertes Segeln auf dem Zwischenahner Meer zu ermöglichen.

v.l.n.r.: Alexander Pabst, Claudia Klenk, Kai Klenk (alle ESC), Hergen Fricke (LzO), Achim Poppen, Michael Renken (beide ESC)